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Konsistorium

Konsistorium (lat.: "consistere", zusammentreten) bezeichnet in der römisch-katholischen Kirche die Versammlung der Kardinäle unter dem Vorsitz des Papstes. Die evangelische Kirche bezeichnet mit dem Begriff ein kollegiales Leitungsgremium. Im Zuge der Reformation wurden diese Gremien gegründet, um die Einführung und Sicherung der evangelischen Lehre zu gewährleisten. In einigen Territorien verfügte das Konsistorium über richterliche Gewalten. Nach dem Vorbild Württembergs wurden die Vollmachten und Aufgaben des Konsistoriums, welches dort auch als Synodus bezeichnet wurde, auch im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel erheblich erweitert. Neben der Gerichtsbarkeit fielen auch die Besetzung der Pfarr- und Lehrstellen sowie die Visitationen der Kirchen und des kirchlichen Eigentums in den Aufgabenbereich des häufig aus Theologen und Juristen zusammengesetzten Gremiums. Somit kontrollierte das Konsistorium die jeweilige Landeskirche, die Klöster und das Schulwesen des Territoriums. Die Konsistorien übten nicht nur Einfluss auf die kirchenpolitische Entwicklung des jeweiligen Herrschaftsgebiets, sondern auch auf die politische Entwicklung. Die enge Verzahnung von Kirchen- und Staatspolitik verschaffte den Mitgliedern des Konsistoriums, vor allem aber dem Oberhofprediger, der dem Konsistorium zumeist vorstand, erheblichen Einfluss auf die Entscheidungsgewalt des Fürsten.

Weiterführend: Lück, Heiner: Justus Jonas als Jurist und Mitbegründer des Wittenberger Konstistoriums,in: Dingel, Irene: Justus Jonas (1493 - 1555) und seine Bedeutung für die Wittenberger Reformation, Leipzig 2009, S. 145-162. Frieb, Katharina: Kirchenvisitation und Kommunikation : die Akten zu den Visitationen in der Kuroberpfalz unter Ludwig VI. (1576 - 1583), München 2006.