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Prediger an ihren Höfen

Wie die Arbeit der Hofprediger in der Praxis aussah, kann im Folgenden an verschiedenen Beispielen nachvollzogen werden. Die Bedeutung der konfessionellen Voraussetzungen für die Amtsgestaltung und die Handlungsspielräume sollen durch die Vorstellung von Hofpredigern an einem lutherischen, einem reformierten und einem katholischen Hof berücksichtigt werden.

  • Der Wolfenbütteler Hof als Zentrum eines lutherischen Territoriums bietet durch die aktuellen Forschungen einen vergleichenden Blick auf die sich ändernden politischen Rahmenbedingungen, indem ein Hofprediger aus dem 16., dem 17. und dem 18. Jahrhundert vorgestellt werden.

  • Der reformierte Hof im Kurfürstentum Brandenburg erlaubt Einblicke in ein wichtiges Territorium. Insbesondere werden die spezifischen Herausforderungen thematisiert, die sich durch einen reformierten Hof und eine überwiegend lutherische Bevölkerung im 17. Jahrhundert ergaben.

  • Der katholische Hof des Kurfürsten und Erzbischofs von Mainz, der als Reichskanzler zugleich das zweit höchste Amt des Reiches bekleidete, war der bedeutendste geistliche Hof des Alten Reiches.

Neben den Unterschieden sind aber gerade die überkonfessionellen Gemeinsamkeiten von Interesse, nämlich das Spannungsfeld zwischen religiösen und politischen Intentionen, die Möglichkeit zur Einflussnahme auf konfessionelle, aber auch politische Entscheidungen des Herrschers sowie die Bedeutung eines persönlichen Vertrauensverhältnisses zwischen Fürst und Hofprediger bzw. Beichtvater.

Für eine angemessene Kontextualisierung ist allen Hofbeispielen ein Kapitel zur Hoforganisation und -struktur vorgeschaltet sowie zu den Kerndaten der historischen Entwicklung vom 16. bis 18. Jahrhundert.