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Digitales Edieren: Quellenarbeit

Thomas Stäcker, Wolfenbüttel

Die Möglichkeit, frühneuzeitliche handschriftliche oder gedruckte Quellentexte digital zu edieren und im internet zu publizieren, hat nicht nur die Hürden, sich auch kleineren Editionen zuzuwenden gesenkt, sondern auch neue methodische Türen aufgestoßen.

Beschränkungen, die analoge Publikationen mit sich bringen, können im digitalen Medium überwunden werden. Dazu zählen die Beigabe digitaler Faksimiles, die Verlinkung zu externen Ressourcen, die dynamische Darstellung als kritisch annotierter Text oder in einer Lesefassung oder auch die verbesserten Suchmöglichkeiten.

Manche Editionstypen, wie z.B. genetische Editionen, können allerdings erst mit Mitteln der digitalen Edition angemessen realisiert werden. Mit der Text Encoding Initative (TEI) steht zudem ein weltweit akzeptierter Standard auf der Basis von XML zur Verfügung, der die Kodierung von Texten wesentlich erleichtert und für Einheitlichkeit sorgt.

Die genannten inhaltlichen, wirtschaftlichen und technischen Vorzüge lassen erwarten, dass in naher Zukunft immer mehr digitale Editionen entstehen und in absehbarer Zeit die digitale Edition die klassische analoge Edition verdrängt, so dass eine intensive Beschäftigung mit Methoden und Techniken des digitalen Edierens für Kultur- und Geisteswissenschaftler eine wichtige Voraussetzung bilden wird, um den zukünftigen, an einen Editor zu stellenden Anforderungen gerecht werden zu können.